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Konstruktion der Zeit (George Spencer-Brown)

 

Construction/Konstruktion

Make an appearance. Mach eine Erscheinung

 

Content/Inhalt

Call it the first appearence. Nenne Sie die erste Erscheinung

 

Change/Veränderung

Let there be an appearance distinct form the first appearence.

Call any such appearance a change.

Laß da eine von der ersten Erscheinung unterschiedene Erscheinung sein.

Nenne jedwede solche Erscheinung eine Veränderung.

 

Time/Zeit

Call each change a time. Call the last time the time

Nenne jede Veränderung ein Mal.

Nenne das letzte Mal die Zeit.

 

Past/Vergangenheit

Let there be a time distinct from the time.Call it a past time.

Call the aggregate of past times the past.

Lass da eine von der Zeit unterschiedene Zeit sein.

Nenne sie die vergangene Zeit.

Nenne die Summe vergangener Zeiten die Vergangenheit.

 

Present/Gegenwart

Call each next time the last time.

Call the last last time the present.

Nenne jede nächste Zeit die letzte Zeit.

Nenne die letzte letzte Zeit die Gegenwart.

 

Future/Zukunft

Imagine a time not a past time distinct from the present.

Call it a future time.

Stelle dir eine Zeit vor, die keine vergangene Zeit und von der Gegenwart unterschieden ist.

Nenne Sie eine zukünftige Zeit.

 

Alles hat seine Zeit

eine Zeit geboren zu werden, eine Zeit zu sterben,

eine Zeit zu suchen, eine Zeit zu verlieren,

eine Zeit zu lachen, eine Zeit zu weinen,

eine Zeit zu reden, eine Zeit zu schweigen,

eine Zeit beisammen zu sein, eine Zeit sich zu trennen.

(Buch der Prediger 3)

 

Man erlebt alles, und man erlebt auch das Gegenteil. (Ernst Jünger)

Du läuft bis ans Ende der Welt und kommt schliesslich dahinter, daß überall schon einer gewesen ist. (Ernst Jünger)

 

Der Tod ist gross

Wir sind die Seinen

Lachenden Munds.

Wenn wir uns Mitten im Leben meinen

wagt er zu weinen

Mitten in uns.

(Rainer Maria Rilke)

 

Gut geschlafen ist halb gefeiert. (Odo Marquard)

Niemand kann sich selbst ein Fest geben. (Friedrich-Georg Jünger)

Keine Zeit haben, das ist die ärmlichste Form der Armut. (Friedrich-Georg Jünger)

Ein Mensch, der keine Zeit hat, hat auch keine Noblesse. (Friedrich-Georg Jünger)

Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen. Und je mehr die Menschen daran sparen, um so weniger hatten sie. (Michael Ende)

Was also ist "Zeit"? Wenn mich niemand danach fragt, weiss ich es; will ich es einem Fragenden erklären, weiss ich es nicht. (Augustinus)

Zukunft kommt nicht von selbst. Man muss sie erfinden.(Alan Kay)

Alles, was die Kraft hat alt zu werden, ist stark. (Sorkrark - Polareskimo)

Nicht die Zeit macht uns fertig, sondern das Tempo. (Unbekannt)

Bauen wir Paläste der Langsamkeit in den Ruinen der Hektik. (Wolfgang Miethe)

Es gibt Dinge, die sich nicht schnell erlernen lasen. Sie zu erwerben kostet viel Zeit, und wir besitzen nichts als Zeit.

Es sind die allereinfachsten Dinge, und weil ein Menschenleben dazu gehört, sie kennenzulernen, ist das wenige Neue, das jeder Mensch seinem Leben abgewinnt, sehr kostbar und das einzige Erbe, das er hinterlassen kann. (Ernest Hemingway)

 

Achte gut auf diesen Tag

Denn er ist das Leben -

Das Leben allen Lebens.

In seinem kurzem Ablauf

Liegt alle Wirklichkeit und Wahrheit

des Daseins,

Die Wonne des Wachsens,

Die Grösse der Tat,

Die Herrlichkeit der Kraft-

 

Denn das Gestern ist nichts als ein Traum

Und das Morgen nur eine Vision.

Das heute jedoch - recht gelebt -

Macht jedes Gestern zu einem Traum

voller Glück

und jedes Morgen zu einer Vision

voller Hoffnung.

 

Darum achte gut auf diesen Tag.

(Sanskritspruch)

 

Will unsre Zeit mich bestreiten,

Ich lass es ruhig geschehn:

Ich komme aus anderen Zeiten

und hoffe in andere zu gehen.

(Franz Grillparzer)

 

Die Uhr schlägt. Alle. (Stanislaw Jerzey Lec)

Es bedarf grosser Geduld, um sie zu lernen. (Stanislaw Jerzey Lec)

Zögere nicht: warte! (Stanislaw Jerzey Lec)

Die Zukunft gehört der Jugend - sobald diese alt ist. (Stanislaw Jerzey Lec)

Je mehr goldene Uhren ein Mensch besitzt, über desto mehr Zeit verfügt er. (Stanislaw Jerzey Lec)

Nur derjenige, der mit dem Schönen gelebt hat, kann in Schönheit sterben. (Kakuzo Okahura)

Nur die Mittelmässigen sind ungeduldig. Die Grossen können warten. (Pablo Casals)

Was vergangen ist, ist Vorspiel. (William Shakespeare)

Biographien sind mehr eine Kette von Zufällen, die sich zu etwas organisieren, das dann allmählich weniger beweglich wird. (Niklas Luhmann)

Die Zukunft wird man am schnellsten los mit der Feststellung, dass es sie gar nicht gibt. (Niklas Luhmann)

Entscheidungen sind die einzigen uns noch verbliebenen Zukunftsbeschreibungen. Und deshalb mag es sich empfehlen, Entscheidungen im Probierstil zu entwerfen, sie an Lernmöglichkeiten auszurichten oder sie so zu wählen, dass sie mehr Wahlmöglichkeiten erzeugen als vernichten. (Niklas Luhmann)

Vergänglich sind alle Gebilde, strebt ohne Unterlass! (Budda)

Die Gegenwart schrumpft. (Hermann Lübbe)

Das was wir Zeit nennen, ist in Wirklichkeit eine Blindheit in einer Richtung; die blinde Seite wird „Die Zukunft“ genannt. (George Spencer-Brown)

Aus der Vergangenheit kann jeder lernen. Heute kommt es darauf an, aus der Zukunft zu lernen. (Hermann Kahn)

Ich habe keine Zeit, mich zu beeilen. (Igor Strawinsky)

Die „brennende“ Aktualität, die uns auf die Nerven geht oder begeistert und oft vernichtet, ist nichts als ein unvollkommener Abglanz alter Diskussionen. Deshalb flieht ja der echte Intellektuelle zeitgenössischen Debatten: Die Wirklichkeit ist immer anachronistisch. (Jorge Luis Berges)

Alter ist Vergangenheit als Gegenwart, eine von der Gegenwart nur überlagerte Vergangenheit. (Thomas Mann)

I was so much older than, I´am younger than that now. (Bob Dylan)

Wir brauchen ein Leben, um zu begreifen, was ein Aussenstehender mit einem Blick erkennt: dass wir so unbedeutend sind wie die anderen. (Nicólas Gómez Dávila)

In einer ehrwürdigen Universität müsste die bloße Erwähnung eines zeitgenössischen Problems verboten sein. (Nicólas Gómez Dávila)

Langsamkeit ist die Gebärmutter der Qualität. (Nicólas Gómez Dávila)

Nur das Alter des verständigen Menschen ist nicht unheilvoll, weil nur der Verstand nicht altert. (Nicólas Gómez Dávila)

Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme (Thomas More)

Nicht jede Generation liefert eine neue Wahrheit. Nicht einmal eine neue Lüge. (Nicólas Gómez Dávila)

Ideen zeigen bald ihre Zeitgebundenheit. Der Verstand ist nicht zeitgebunden. (Nicólas Gómez Dávila)

Die Wahrheiten sterben nicht, doch sie welken zuweilen. (Nicólas Gómez Dávila)

Jetzt sind fast alle, die ich geliebt und nicht verstanden habe, als ich jung war, tot, aber ich strecke immer noch meine Hand nach Ihnen aus. Natürlich bin ich jetzt zu alt, um noch viel als Fischer zu taugen, und jetzt fische ich meistens allein an den grossen Wassern, auch wenn manche Freunde meinen, das sollte ich nicht. Wie viele Fliegenfischer im Westen von Montana, wo die Sommertage von fast arktischer Länge sind, fange ich oft erst in der Abendkühle an zu fischen. Dann, im arktischen Halblicht des Canyons, geht alles Sein auf in den Geräuschen des Big Blackfoot River und einem Viertakt-Rhythmus und der Hoffnung, dass ein Fisch erscheint.  Schliesslich verschmelzen alle Dinge in einem, und aus der Mitte entsteht ein Fluss. Der Fluss entstand durch die grosse Weltenflut, und er fliesst über Felsen aus dem Urgrund der Zeit. Auf manchen Felsen sind zeitlose Regentropfen. Unter den Felsen sind die Worte, und manche Worte sind bei den Felsen. Ich kann von den Wassern nicht lassen. (Norman Maclean)

May God bless and keep you always,
May your wishes all come true,
May you always do for others
And let others do for you.
May you build a ladder to the star
And climb on every rung.
May you stay forever young.

May you grow up to be righteous,
May you grow up to be true,
May you always know the truth
And see the lights surrounding you.
May you always be courageous,
Stand upright and be strong,
May you stay forever young.

May your hands always be busy,
May your feet always be swift,
May you have a strong foundation
When the winds of changes shift.
May your heart always be joyful,
May your song always be sung,
May you stay forever young.

Bob Dylan
 

Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennen zu lernen. Sie kaufen sich alles fertig in Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr. (Antoine de Saint-Exupéry)

Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig. (Antoine de Saint-Exupéry)

Nicht ist weise bis zur letzten Frist
Zu geniessen wo vergängnis ist.

Stefan George)

 

Horch was die dumpfe Erde spricht:
Du frei wie vogel oder fisch –
Worin du hängst, das weisst du nicht.

Vielleicht entdeckt ein späterer mund:
Du sassest mit an unserem tisch
Du zehrtes mit von unserem pfund.

Dir kam ein schön und neu gesicht
Doch zeit ward alt – heut lebt kein mann
Ob er je kommt das weisst du nicht

Der dies gesicht noch sehen kann.

(Stefan George)
 

 

Sprich nicht immer

Von dem laub

Windes raub

Vom zerschellen

Reifer quitten

Von den tritten

Der vernichter

Spät im Jahr.

Von dem zittern

Der libellen

in gewittern

Und der lichter

deren flimmern

Wandelbar.

 

(Stefan George)

 

 

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.


Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf ´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.


Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden,
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde !

(Hermann Hesse)
 

Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben. Sondern viel Zeit, die wir nicht nutzen. (Seneca)

Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. (Sören Kierkegaard)

 

Jetzt mitten im Klaren

Muß ich etwa allein übern Fluß?
Was mauscheln die stygischen Schilfe?
Herr Charon, zwei Lethe! Eine kleine Übersetzhilfe,
aber Lethe mit Schuß!
Und nicht zu knapp bemessen:

Welt, wie du im Rückblick dich wölbst.
Doch mein Stundenglas, meine Einweguhr,
meine Smith&Wesson entsichre ich selbst.
Oder was oder wann oder wie?
Nein, lieber jetzt mitten im Klaren.
Und ihr spielt mir noch mal – diese alteda! –Mistmelodie
von den Leuten, die strudelwärts fahren.

(Peter Rühmkorf)
 

Raum ist ein Konstrukt. In Wirklichkeit gibt es keinen Raum. Zeit ist ebenso ein Konstrukt. In Wirklichkeit gibt es keine Zeit.
In der Ewigkeit gibt es Raum, aber keine Zeit.
Im tiefsten Zustand der Ewigkeit gibt es keinen Raum. Dieser ist frei von jeglicher Eigenschaft. (George Spencer-Brown)

In einer qualitätslosen Ordnung heisst eine Unterscheidung zu treffen, sofort alle Dinge im Ansatz zu erschaffen. Daher werden das Erste Ding und mit ihm der Erste Raum, die Erste Existenz und das Erste Wesen explosionsartig zusammen erschaffen. (George Spencer-Brown)

Die Vergangenheit ist ein fernes Land, dort gelten andere Regeln. (Leslie Poles Hartley)

Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden. (Franz Kafka)

Die beiden grössten menschlichen Fehler: Versäumen und Übereilen. (Johann Wolfgang von Goethe)

Die Vergangenheit liegt dort hinten. Stehen wir einer uns völlig neuen Situation gegenüber, dann neigen wir dazu, uns an die Gegenstände, die Atmosphäre der jüngsten Vergangenheit zu klammern. Wir betrachten die Gegenwart im Rückspiegel. Wir schreiten rückwärts in die Zukunft. Der amerikanische Vorstädter lebt in seiner Phantasie noch im Wilden Westen. (Marshall McLuhan)

 

Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
  als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
  sie fallen mit verneinender Gebärde.
  
  Und in den Nächten fällt die schwere Erde
  aus allen Sternen in die Einsamkeit.
  
  Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
  Und sieh dir andre an: es ist in allen.
  
  Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
  unendlich sanft in seinen Händen hält.

(Rainer Maria Rilke)
 

Gieb mir noch eine kleine Weile Zeit: ich will die Dinge so wie keiner lieben (Rainer Maria Rilke)

Die Erschaffung der Welt hat nicht am Anfang stattgefunden, sie findet alle Tage statt. (Marcel Proust)

Die Welt ist für uns alle wahr und für einen jeden verschieden. (Marcel Proust)

Nicht eine Welt, sondern Millionen von Welten, fast ebenso viele, wie es Augenpaare und menschliche Hirne gibt, erwachen jeden Morgen. (Marcel Proust)

Denn der Mensch ist ein Wesen ohne festes Lebensalter, ein Wesen, das die Fähigkeit besitzt, in wenigen Sekunden um Jahre jünger zu werden, und das innerhalb der Wände der Zeit, in der es gelebt hat, auf und ab schwebt wie in einem Bassin, dessen Spiegel unaufhörlich auf und nieder steigt und es bald auf die Höhe dieser, bald auf die Höhe jener Epoche trägt. (Marcel Proust)

Ein Mensch, der schläft, hält rings um sich die Fäden der Stunden, die Reihenfolge der Jahre und Welten in Händen. (Marcel Proust)

Die Tage der Vergangenheit überdecken allmählich alle, die auf sie folgen. Doch jeder Tag von früher bleibt in uns hinterlegt wie in einer unendlich großen Bibliothek, in der auch noch von den ältesten Büchern jeweils ein Exemplar existiert, nach dem wahrscheinlich nie ein Mensch fragen wird. Wenn jedoch dieser alte Tag dann gleichwohl die durchsichtige Schicht der späteren Epochen durchsteigt, wieder an die Oberfläche dringt, sich weit in uns ausdehnt und sich über alles ergießt, nehmen die Namen von früher für einen Augenblick ihre alte Bedeutung wieder an, die Personen ihr einstiges Gesicht, wir unsere Seele von dazumal, und wir durchleben noch einmal unter unbestimmten, aber erträglich gewordenen Leiden, die nicht lange andauern, jene längst schon unlösbar gewordenen Probleme, die uns zu ihrer Zeit so sehr geängstigt haben. Unser Ich besteht aus einer Schichtung aufeinanderfolgender Zustände. Doch diese Schichtung ist nicht starr wie die eines Berges. Immer wieder führen Aufbrüche im Inneren alte Lagen an die Oberfläche empor. (Marcel Proust)
 

Eine Stunde ist nicht nur eine Stunde; sie ist ein mit Düften, mit Tönen, mit Plänen und Klimaten angefülltes Gefäß. Was wir die Wirklichkeit nennen, ist eine bestimmte Beziehung zwischen Empfindungen und Erinnerungen. (Marcel Proust)

 

lang ist gang in gleicher spur
was ihr denkt und lernt und schafft
doch des götter-rings verhaft
dauert einen sommer nur

(Stefan George)
 

Ex praeterito / praesens prudenter agit / ni futura actione deturpet – Aus der Vergangenheit heraus handelt das Gegenwärtige klug, damit es das Zukünftige nicht beeinträchtige. (Tizian)

magnus ab integro saeclorum nascitur ordo
Jetzt hebt von neuem an der Jahrhunderte prächtige Ordnung.
iam nova progenies caelo demittitur alto
Ein neues Geschlecht entsteigt nun bald dem erhabenen Himmel.
(Vergil)

Our bloom is gone. We are the fruit thereof. (Wallace Stevens)
 

Die Stätten, die wir gekannt haben, sind nicht nur der Welt des Raumes zugehörig, in der wir sie uns denken, weil es bequemer für uns ist. Sie waren nur wie ein schmaler Streif in die Eindrücke eingewoben, aus deren ununterbrochener Folge unser Leben von damals bestand; die Erinnerung an ein bestimmtes Bild ist wehmutvolles Gedenken an einen bestimmten Augenblick; und Häuser, Straßen, Avenuen sind flüchtig, ach! wie die Jahre. (Marcel Proust)

Ich denke niemals an die Zukunft. Sie kommt früh genug. (Albert Einstein)

Wenn man zwei Stunden lang mit einem netten Mädchen zusammensitzt, meint man, es wäre eine Minute. Sitzt man jedoch eine Minute auf einem heissen Ofen, meint man, es wären zwei Stunden. Das ist Relativität. (Albert Einstein)

Erzähle mir die Vergangenheit, und ich werde die Zukunft erkennen. (Konfuzius)

Aber manchmal wohnt die Zukunft schon in uns, ohne dass wir es wissen, und unsere Worte, die zu lügen meinen, bezeichnen eine nicht ferne Wirklichkeit. (Marcel Proust)

 

Ognuno sta solo sul cuor della terra
trafitto da un raggio di sole
ed è subito sera.

Jeder ist alleine auf dem Herzen der Erde
durchdrungen von einem Strahl der Sonne
und auf einmal ist es Abend.

(Quasimodo)
 

Wenn wir ein gewisses Alter überschritten haben, werfen die Seele des Kindes, das wir gewesen, und die Seelen der Toten, aus denen wir hervorgegangen sind, mit vollen Händen ihre Schätze und ihren bösen Zauber auf uns. (Marcel Proust)

Jeder Tag von früher bleibt in uns deponiert wie in einer unendlich großen Bibliothek, in der auch noch von den ältesten Büchern jeweils ein Exemplar existiert, nach dem wahrscheinlich nie ein Mensch fragen wird. (Marcel Proust)

Unser Ich besteht aus der Schichtung aufeinanderfolgender Zustände. Doch diese Schichtenbildung ist nicht starr wie eine Gebirgsformation. Immer wieder führen Aufbrüche im Innern alte Lagen an die Oberfläche empor. (Marcel Proust)

Ebenso wie man sich gewisser Sommertage erinnert, die man zu heiß befunden hat, als man sie erlebte, zieht man aus denen erst nachträglich die unvermischte Essenz aus echtem Gold und unvergänglichem Azur. (Marcel Proust)

Es gibt in dieser Welt, in der alles sich abnutzt, alles untergeht, etwas, was noch vollkommener versinkt, noch nachhaltiger der Zerstörung anheimfällt und noch weniger Spuren zurücklässt als die Schönheit: den Kummer. (Marcel Proust)

Sobald ein bereits gehörtes Geräusch, ein schon vormals eingeatmeter Duft von neuem wahrgenommen wird, und zwar als ein gleichzeitig Gegenwärtiges und Vergangenes, ein Wirkliches, das gleichzeitig nicht dem Augenblick angehört, wird auf der Stelle die ständig vorhandene, aber gewönlich verlorene Wesenssubstanz aller Dinge frei, und unser wahres Ich, das manchmal tot schien, aber es doch nicht völlig war, erwacht und gewinnt neues Leben aus der göttlichen Speise, die ihm zugeführt wird. Eine aus der Ordung der Zeit herausgehobene Minute hat in uns, damit er sie erlebe, den von der Ordnung der Zeit freigewordenen Menschen wieder neu erschaffen. Das Wort Tod hat keinen Sinn für ihn; was könnte er, der Zeit enthoben für die Zukunft fürchten? (Marcel Proust)

Die Zeit verfügt über Schnell- und Sonderzüge, die rasch zu vorzeitigem Altern führen. Auf einem Parallelgleise jedoch verkehren Züge in umgekehrter Richtung fast ebenso schnell. (Marcel Proust)

Das Gedächtnis, indem es die Vergangenheit in unveränderter Gestalt in die Gegenwart einführt – so nämlich, wie sie sich in dem Augenblick präsentierte, als sie selber noch Gegenwart war – bringt gerade jene großen Dimension der Zeit zum Verschwinden, in das Leben sich realisiert. (Marcel Proust)

Das Glück, welches ich verspürte, rührte von einer Ausweitung meines Geistes, in der sich die Vergangenheit neu gestaltete, zur Gegenwart wurde und mir  - nur für einen Augenblick, ach! – Ewigkeitswert verlieh. (Marcel Proust)
 

Und dass all das ein Stern wird in der Nacht! (Marcel Proust)

Die Tragödie des Alter ist nicht, dass man alt ist, sondern dass man jung ist. (Oskar Wilde)

Den Fortschritt verdanken wir den Kurzschläfern. Langschläfer können nur bewahren. (E.T.A. Hoffmann)

Anfang und Ende der Dinge werden dem Menschen immer ein Geheimnis bleiben. Er ist ebenso unfähig, das Nichts zu sehen, aus dem er stammt, wie die Unendlichkeit zu erkennen, die ihn verschlingen wird. (Blaise Pascal)


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